SO WOHNT ALEXANDRA LAPP

 

Aus: Magazin KÖNIGSALLEE 2/2019

Autor: Dagmar Haas-Pilwat 
Fotos: Franz Schuier

Beim Anblick ihres Schuhschranks würde sogar Carrie Bradshaw alias Sarah Jessica Parker aus der New Yorker Kultserie „Sex and the City“ neidisch. High Heels, Pumps, Stiefel – bestimmt an die 400 Paar in allen denkbaren Nuancen von Gelb über Türkis bis Blau, Rot und Grün – hat Alexandra Lapp nach Farben sortiert auf den deckenhohen Regalböden gruppiert. Die Lifestyle-Unternehmerin pflegt ihre Vorliebe für Fashion und Beauty konsequent auch in den eigenen vier Wänden.

Wenn Wohnen weiblich ist, dann ist Alexandra Lapp die perfekte Protagonistin. Auf der Suche nach einer Eigentumswohnung ist sie in Düsseldorf fündig geworden. „Damals befand sich das Objekt noch in der Planungsphase, und ich konnte nicht nur Details, sondern vor allem auch die Raumaufteilung und alle Materialien selbst festlegen, sodass am Ende auch alles zu mir passt“, erzählt sie. Vom schwarzen und weißen Marmor im Badezimmer, den nostalgisch-anmutenden Armaturen, den Türgriffen im britischen Stil, den Lichtschaltern und Bodenbelägen bis hin zu den Fußleisten hat sie jede Kleinigkeit selbst gestaltet und ausgesucht. 

Kaum ein Möbel weckt bei Frauen so viele Begehrlichkeiten und Emotionen wie ein begehbarer Kleiderschrank. Bei Alexandra Lapp ist der Schrank gleich ein lichtdurchflutetes Ankleidezimmer mit Aussicht in den Garten – rundherum ausgestattet mit maßgeschneiderten Einbauschränken. Überhaupt mag sie viele, viele Schränke – im Flur, im Esszimmer, im Bad, in der Wohnküche und natürlich im Schlafzimmer – alle entworfen und eingebaut mit Nischen, offenen Regalen, Sitzbank, Spiegel, Lichtinstallation. Nach der Devise „Mode ist schön, darum sollte sie auch schön verwahrt werden“ hat die diplomierte Grafikdesignerin und Exmodel ein ausgeklügeltes System für ihre Designer-Garderobe schreinern lassen. So hat sie alles im Blick. Die Kleider und Accessoires, darunter Hermès- und Chanel-Klassiker, bleiben gepflegt und lassen sich perfekt aufeinander abstimmen.

„Jeder Raum wurde komplett von mir gestaltet.“

Alexandra Lapp hatte schon immer ein Faible für Mode, Schuhe, Beauty. „Das liegt bei uns in der Familie“, verrät sie. „Der Vater meiner Mutter war Couture-Schneider. Mein Urgroßvater und Großvater väterlicherseits hatten als Schuhmacher und Einzelhändler mit Schuhen zu tun, und mein Vater führte ein bedeutendes Schuh-Import-Export-Unternehmen.“ Sie erinnert sich noch gut an all die Musterkollektionen im Keller ihres Elternhauses in Alt-Meererbusch. Schon als Kind hat Alexandra Lapp ihren Schuh-Tick gepflegt und Erspartes regelmäßig in neue Modelle investiert. „Statt ein Paar No-Names zu kaufen, habe ich schon früher lieber namhafte Marken im Sale erstanden“, sagt sie. Und was für ein Glück, dass sie inzwischen in ihrem Job mit Labels wie Christian Louboutin, Dior Beauty, Roger Vivier, IWC und vielen weiteren wunderbaren Marken aus verschiedensten Bereichen zusammenarbeitet.

Trotzdem wollte sie immer schon ein solches Board besitzen. Als sie zu einem Duftlaunch mit Chanel Beauty nach Cannes gereist ist, hat Alexandra in der Boutique an der Croisette danach gefragt: „Und sie hatten tatsächlich noch eins im Keller stehen.“ Ihre Vorliebe für Farben lebt die Business-Frau bei der stilsicheren Auswahl ihrer Garderobe aus. In den eigenen vier Wänden mag sie es dezenter. Greige und Weiß sind die vorherrschenden Töne bei den großen Flächen. „Akzente setze ich über Bilder, Blumen und Deko-Elemente“, betont sie. Petrolfarben ist im Wohnzimmer das selbst designte breite Samtsofa. Als Kontrast dienen zwei Sessel von Meridiani mit einem anthrazit-greigen Rautenmusterstoff. Die Essgruppe besteht aus hellen Stühlen, gruppiert um einen großen runden Glastisch von Designer Jeff Miller. In der Schranknische dominiert die Kunst-Licht-Installation „Should“ des Münchner Street-Art-Künstlers Peintre X. Die bunten Schmetterlinge unter der Glaskuppel sind Mitbringsel vom Pariser Marché aux puces an der Porte de Clignancourt.

Es ist diese unaufgeregte Mischung aus Glamour und Luxus, die Alexandra Lapp gekonnt inszeniert: Statement-Möbel wie das taubenblaue Bett mit der gemütlichen gesteppten Rückwand oder die Polsterbank unter dem „Kellogg’s-Bild des finnischen Künstlers Jani Leinonen in der Küche. Hier wird gearbeitet oder gekocht. „Ich habe das Glück, dass mein Partner sehr gut und gerne kocht. Oft ist mir ein gemütliches Dinner zu Hause zu zweit oder mit Gästen lieber als ein Restaurantbesuch“, sagt sie. Im Flur stehen eine alte Louis-Vuitton-Kommode aus den 30er-Jahren und ein antiker schwarzer Konsolentisch mit geschwungenen Beinen aus Paris, hier hängen die Zettel’z-Pendelleuchte von Ingo Maurer und das Multiple „Self Pity“ von Louise Bourgeois. An diesem schlichten gewebten Werk hängt ihr Herz: „Ich liebe das Zitat. Es erinnert mich stets daran, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen muss.“ 

www.alexandralapp.com

 

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