Luxus auf dem Land

Aus: Magazin KÖNIGSALLEE 3/2019

Text: Karolina Landowski
Fotos: Hotel Deimann

Auf einem nostalgischen Gutshof im Herzen des Sauerlandes residiert das Romantik- und Wellnesshotel Deimann. Königsallee besuchte Andreas Deimann, der das luxuriöse Fünfsternehaus gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern in der dritten und vierten Generation führt.

 

Das Hotel Deimann hat eine sehr lange Geschichte. Wie wurde aus dem ehemaligen Gutshof ein renommiertes Hotel?
Andreas Deimann: Unser Hof in Schmallenberg ist sehr alt. Schon seit über 500 Jahren wurde hier Landwirtschaft betrieben. Dazu gab es eine Sägerei und Schreinerei. Unser Haus gibt es seit 1883. Damals hat der Eigentümer Albert Hilsmann erstmals ein Hotel auf dem Hof eröffnet. Weil ihm das Leben auf dem Hof zu einfach war, und Erzählungen zufolge auch, um seine Jagdkumpane dort unterzubringen. Aber auch Pilger des Jakobswegs und Handelsreisende zwischen Ost und West nutzten die Unterkunft. Um die Jahrhundertwende kamen viele Sommerfrischler – Städter, die auf dem Land Erholung suchten. Als einer der Bekanntesten steht Karl May im Gästebuch von 1899. Wir fragen uns bis heute, was er hier wohl geschrieben hat. 

 

Knapp 100 Jahre später entstand dank Ihrer Eltern ein 5-Sterne-Hotelkomplex mit großem Wellnessbereich und weitläufiger Golfanlage. Wie kam das Hotel in die Hände der Familie Deimann?
Der Hof stand zum Verkauf und verfiel zusehends. Mein Urgroßvater war damals Schulrektor und ging in Pension. Gemeinsam mit seinen Kindern und Schwiegerkindern kaufte er das Anwesen und die ganze Familie packte mit an. Die Landwirtschaft wurde verpachtet und der Sägebetrieb wiederaufgenommen. Den Gasthof führte mein Großvater. Nach seiner Lehre stieg auch mein Vater ins Familienunternehmen ein, lernte hier meine Mutter kennen und übernahm das Hotel schließlich 1971. Das Sägewerk wurde stillgelegt und ausgegliedert, der Kuhstall zum Schwimmbad umgebaut und auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen entstand ein Golfplatz. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich peu à peu das heutige Hotel Deimann.

Wofür steht das Hotel Deimann heute?
Wir sind in erster Linie ein Urlaubs- und Ferienhotel – ganz gleich, ob für Genuss, Wandern, Wellness, Radfahren, Golf oder Wintersport. Der Kern unserer Gäste sind Best und Silver Ager, die oftmals die Welt schon gesehen haben und nicht mehr ganz so weit in die Ferne schweifen wollen. Im Laufe der Jahre hat sich die Gästestruktur aber sehr verjüngt. Wir haben auch viele Familien mit Kindern. 

Haben sich die Gäste und ihre Ansprüche in all den Jahren stark verändert?
Die Art, wie Menschen Urlaub machen, hat sich verändert. Früher fuhr man zwei oder drei Wochen in die Ferien und hat das viel länger im Voraus geplant. Man war weniger gehetzt und viel entspannter, weil man einfach mehr Zeit hatte. Heute ist selbst im Urlaub alles getaktet. Man will möglichst viel in kurzer Zeit erleben, und wenn mal was nicht klappt, es etwa einen Tag regnet, ist das Drama umso größer. Heute kommen einige Gäste drei, vier, fünf Mal im Jahr für einige Tage. Aber wir haben auch viele Wochenendgäste aus den Ballungsgebieten NRWs. Wir konzentrieren uns sehr auf Regionalität. Die Nähe zu den Menschen ist unser Vorteil. Nur zwei Autostunden von Düsseldorf entfernt, bieten wir ein Urlaubsflair, für das man sonst viel weiter reisen müsste.

Wann ist die beste Jahreszeit für einen Aufenthalt in Ihrem Haus?
Wir sind eine Ganzjahres-Urlaubsdestination und vom Angebot her sehr breit aufgestellt. Im Frühjahr startet die Golfsaison. Im Juni feiern wir traditionell ein großes Sommerfest. Der Herbst hat seine Reize für einen Wanderurlaub mit Indian-Summer-Feeling, weil die Region für ihre Laubwälder bekannt ist. Auch Biken wird immer beliebter. Wir bieten Rad-wanderwochen an, etwa auf dem 130 Kilometer langen Sauerland-Radring, teils auf stillgelegten Bahntrassen. Das Winterhalbjahr nutzen viele Gäste für Wellness oder Wintersport. Ein Highlight des Jahres ist unser Weihnachtsmarkt. Dann ist das Haus festlich geschmückt und ein großer Weihnachtsbaum im Innenhof beleuchtet. Wenn dann noch Schnee liegt, ist es hier ganz besonders anheimelnd. •

www.deimann.de

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