Eine Tasche zum Dessert


Aus: Magazin KÖNIGSALLEE 2/2017

Marie Labude entwirft Luxustaschen: Modelle, die nicht am Arm getragen werden, sondern sofort auf der Hüfte landen.

Bei Handtaschen denken die einen an Chanel, Hermès und Louis Vuitton. Marie Labude eher an Carrot Cake, Biskuit, Buttercreme und Fondant. Die gebürtige Australierin ist eine sympathische, etwas zurückhaltende Frau. Auf den ersten Blick bringt man sie gar nicht mit den luxuriösen Handtaschen in Verbindung, die sie als Vorlage für ihre wundervollen Tortenkreationen nutzt. „Ich bin überhaupt kein Fashion Victim“, gibt sie lachend zu. Dennoch sind auf ihrem Instagram-Account neben außergewöhnlichen Hochzeitstorten zum Beispiel eine Chanel Boy, eine Hermès Birkin-Bag, eine Rolex und ein Nike Sneaker zu sehen – allesamt gefertigt aus feinsten Zutaten, dekoriert mit süßem Fondant.


Marie Labude stammt aus Sydney und ist gelernte Köchin. Ihr Herz schlägt jedoch für die Patisserie. Sie nennt sich The Baker’s Wife, ein Name, der tatsächlich mit dem Beruf ihres Mannes Georg Labude zusammenhängt: Die beiden lernen sich kennen, als der deutsche Patissier im Rahmen einer Sponsorship in Sydney arbeitet. 2010 beschließt das Paar, gemeinsam nach Deutschland zu ziehen. Georg arbeitet als Chef-Patissier im Hotel InterContinental Düsseldorf, Marie arbeitet eine Zeit lang in einem Café – und macht sich vermehrt auch mit ihren extravaganten Tortenkreationen einen Namen. Am Ende ihres Arbeitstages stand das Paar oft noch viele Stunden gemeinsam in einer Cateringküche, um Maries Ideen umzusetzen. „Georg ist zuständig für das Backen der Böden und das Zubereiten der Cremes, ich kümmere mich um das Design und die Dekorationen“, sagt sie. „Wir inspirieren uns gegenseitig. Ich kann unglaublich viel von meinem Mann über Techniken und Rezepturen lernen, er lernt von mir das Modellieren.“ Dennoch sind beide froh, dass Marie sich seit Kurzem komplett auf ihr eigenes Unternehmen konzentrieren kann. Weiterhin backt sie für ausgesuchte Düsseldorfer Cafés ihre köstlichen Zimtschnecken, Carrot Cakes oder Macarons. Mittlerweile beliefert sie aber auch Kunden in ganz Deutschland.

Die Idee für ungewöhnliche Torten kommt Marie Labude schon in Sydney. „Australien ist ein Patisserie-Land, die Menschen dort lieben luxuriöse Torten.“ Eine Freundin fragt sie, ob sie sich vorstellen kann, ihr zum Geburtstag eine Torte in Form einer Handtasche anzufertigen. Sie ist sofort Feuer und Flamme und entwirft ihre erste Luxustaschentorte. „Als mich später in Deutschland eine andere Freundin bat, ob ich ihr eine klassische Chanel-Tasche backen könnte, ist die Idee zu The Baker’s Wife entstanden“, erzählt Labude. Verglichen mit den Originalen, die zum Beispiel auch auf der Königsallee ausgeführt werden, sind ihre Handbags Schnäppchen. Ob von Chanel, Gucci oder Louis Vuitton: Bei Marie sind sie für einen Preis von 100 bis 280 Euro zu bekommen, je nach Größe und Ausfertigung. Gemessen an der Bioqualität der Backzutaten und der Arbeitszeit – das Dekorieren einer Tortentasche dauert bis zu sieben Stunden – ist das günstig. Ihre Kundschaft ist bunt gemischt, darunter viele Brautpaare, die ihre Hochzeitstorten bei The Baker’s Wife bestellen. Manchmal sind auch Prominente dabei. „Im letzten Jahr habe ich die Torte für Udo Lindenbergs 70. Geburtstag angefertigt“, sagt Marie Labude. „Sie bestand aus einer überdimensionalen Zigarre und einem Hut, Udo war begeistert.“

www.the-bakers-wife.de

Mehr Taschen auf www.facebook.com/thebakerswife01

Text: Katja Vaders
Fotos: Celine Al-Mosawi | The Baker’s Wife (Taschen)

Zurück